SaaS - Wo bleiben die mittelständischen IT-Anbieter?
München, 1.9.2009:
CRM und
Collaboration gibt es als Software as a Service- (SaaS-) Angebote
immer mehr. Bei E-Mail als Software-Service findet inzwischen
Konkurrenz vor allem über den Preis statt. Auch große IT-Hersteller
und werbefinanzierte Angebote besetzen solche Positionen. Wo liegen
daher die Geschäftschancen einer „mittelständischen“
IT-Industrie, welche Optionen haben Software-Entwickler (ISVs) und
Systemhäuser? Hier
einige Ansatzpunkte:
Branchenspezifische
Business-Services
Dazu werden
horizontale Basis- (SaaS-) Services, wie z.B. Collaboration,
Kommunikation, in umfassendere Services-Angebote eingebunden. Das können
firmenübergreifende Workflows für Drucksachenerstellung,
Projektmanagement zur Einbindung von Handwerkern am Bau, oder
branchenspezifische Abrechnungsdienste und Ankopplungen sein.
Softwareanbieter können via SaaS-Portal komplette Geschäftsprozesse
für bestimmte (Teil-) Branchen liefern. Als Services können
elektronische Dienste bereit gestellt werden, z.B. eine Online-Adress-
oder Bonitätsprüfung. Es können aber auch herkömmliche, menschlich
erbrachte Services von Kooperationspartnern integriert werden, z.B.
Marketing-Dienstleistungen.
Services-Komposition
im Hintergrund, neue Arbeitsteiligkeit in der IT-Branche
Für den ISV
bedeutet dies eine Umstellung im Geschäftsmodell. Ein solches
Branchenangebot funktioniert oft nicht alleine mit der eigenen
Software, andere Partner-Leistungen müssen dazu kommen. Umgekehrt
kann aber der eigene Software-Service oft auch in Services-Angebote
anderer Anbieter eingespeist werden, wenn die technischen
Voraussetzungen dazu erfüllt sind und wenn entsprechende Geschäftsmodelle
entwickelt werden.
Systemhäuser
erzeugen eigene SaaS-Portale aus OEM-fähigen Basis-Diensten
Klassische
Systemhäuser agieren oft als der „universelle“ IT-Lieferant vor
Ort. Geliefert werden Hardware, Software und Dienstleistungen. In
Zukunft könnten zum Angebotsspektrum der Systemhäuser auch
Online-Services gehören. Ein Systemhaus betreut dann die Server,
Netze und Kommunikationseinrichtungen beim Kunden vor Ort, liefert
aber auch die zugehörigen Online-Services, z.B. Internet-Telefonie (VoIP)
als Service. Weil ein Systemhaus eigene SaaS-Services meist nicht
selbst aufbauen wird, entsteht eine Marktchance für OEM-fähige
Hintergrund-Services. Große Betreiber liefern Services, die ein
Systemhaus zum Kunden hin unter seinem Namen mit individuellem
Zuschnitt anbietet und mit weiteren, eigenen Leistungsangeboten verknüpft.
Gegenposition
zur aufkommenden Billig-IT
Mit der
Konsumerisierung der IT erleben wir jetzt bei SaaS eine Entwicklung
zur Billig-IT. Werbefinanzierte Massenservices mit mageren Service
Levels treffen zwar den Nerv der Kostenlos-Internet-Generation. Aber
fehlende Zusagen zur Verfügbarkeit und zum Schutz der verarbeiteten
Daten machen solche Services meist nutzlos für die ehedem skeptischen
Business-Kunden. Es entsteht eine Falle: Billige Online-Software
erreicht Sichtbarkeit, setzt das Preisniveau und blockiert so die
Entwicklung von Profi-Angeboten. Es sei denn, Anwender und Anbieter
beziehen Stellung.
Interesse
an einer Vertiefung? Dann vereinbaren wir gerne ein Gespräch oder
einen Workshop.
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