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Gammelfleisch und RFID - Chancen für Sicherheit und Innovation

München, 15.9.2006: 

Als Reaktion auf die Funde von überaltertem Fleisch diskutiert die Politik darüber, ob und wie man die Vorschriften und Kontrollen verbessern könnte. Von einer an und für sich naheliegenden Lösung haben wir aber in der politischen Diskussion nichts gehört. Mehr Sicherheit böte der Einsatz von Informationstechnik zusammen mit Funketiketten, den sogenannten RFID-Tags (Radio Frequency Identification).

Es gibt bereits viele Pflichten zur Erfassung und Dokumentation in der Herstellungskette von Lebensmitteln. Dies müsste nun so ausgebaut werden, dass die jeweils Beteiligten die Daten jedes Verarbeitungsschrittes in ein gemeinsames Informationssystem einspeisen. Etwa so: 30 kg Rindfleisch aus Schlachtung der Tiere "ABC" am Tag "DEF", weiterverkauft an "GHJ", gekennzeichnet via RFID-Tags mit der Chargennummer "IKL", usw. In den Funkchips würde nur diese Chargen- bzw. Seriennummer gespeichert. Der Abnehmer könnte nun durch Eingabe der Chargennummer auf einer Internet-Seite des Informationssystems die Historie nachvollziehen. Ein Umetikettieren würde dann nicht mehr so einfach funktionieren, weil Betrüger dann auch eine gefälschte datentechnische Historie in dem zugriffsgeschützten System bräuchten.

In weitergehenden Szenarien könnte auch der Verbraucher die Chargen-/Seriennummer via Handy überprüfen und die RFID-Chips könnten auch messen, ob die Kühlkette unterbrochen wurde.

Im Detail wären viele technische und organisatorische Aufgaben zu lösen, wenn man ein solches System entwickeln möchte, z.B. die Frage, wer darf wann welche Informationen einsehen. Aber auch darin läge eine weitere Chance. Diese Technik würde nicht nur mehr Sicherheit bringen, sondern auch neue Geschäftsmöglichkeiten für die deutsche Wirtschaft, die damit eine Stärke am Weltmarkt ausspielen könnte, nämlich die Fähigkeit, komplexe Systeme zu entwickeln, die Hardware, Software, Services beinhalten und auch Usability und Datenschutz berücksichtigen.


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