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Nochmals Online-Werbung: Diesmal Klickbetrug & Co.

München, 13.10.2006: 

Internet-Entwickler, Werbungtreibende, Dienstleister und die Öffentlichkeit werden sich in den nächsten Jahren viel intensiver mit digitalem Werbebetrug beschäftigen.

An den steigenden Online-Werbeumsätzen wollen auch immer mehr Betrüger partizipieren. Gleichzeitig greift auch hier die Globalisierung, weil bezahlte "Paid-to-Read"-Leser inzwischen weltweit angeworben werden.

Hier ein knapper Abriss ausgewählter Probleme.

  • Klickbetrug bei Suchmaschinen: Menschen oder Robots (Software-Tools) klicken auf die Werbelinks von Wettbewerbern. Wenn deren gesetztes tägliches Werbelimit erreicht ist, verschwinden sie aus der Werbeposition und zahlen gleichzeitig für nutzlose Klicks. 

  • Klickbetrug bei Werbenetzwerken: Hier erscheint die Werbung auf den Partner-Websites der Werbevermittler. Die Partner sind an den Werbeeinnahmen beteiligt. Im Betrugsfall kann durch "bezahltes Klicken" Geld aus dem System gezogen werden.

  • Transparenz und Zuordnung im Internet werden erschwert durch die Vielzahl sog. "geparkter" Domains oder anderer "inhaltsloser" Websites, auf denen oft nur noch Verlinkung und Werbung stattfindet. Der gewünschte inhaltliche Mehrwert für den Nutzer stellt sich kaum noch ein. Werbungtreibende zahlen auch dort für Werbung und wissen im Rahmen der Partnernetzwerktechniken mitunter gar nicht, wo sie überall - meist dynamisch gesteuert - verlinkt werden.

  • Provisionsbetrug: Wenn beispielsweise Bestellungen über sog. Affiliate-Partner eingehen, dann wird häufiger Provision an die Vermittlerplattformen gezahlt. Die Technik kann ausgetrickst werden, indem mehrere Bestellungen parallel erfolgen und dann wieder storniert werden. In bestimmten Fällen ist die Provision dann schon zugerechnet und wird nicht mehr zurückstorniert, u.a. weil sie nicht zurückverfolgbar ist. Mehr Details, gerade zu diesem Punkt haben wir unter diesem Link gelesen: http://www.ecin.de/marketing/klickbetrug/index.html

Schutz gegen digitalen Werbebetrug

  • Technische Tools einsetzen, u.a. um zu verfolgen, woher der individuelle Traffic kommt. Obwohl dem Grenzen gesetzt sind, wie z.B. Zugriffe über Anonymisierer oder die wechselnde Nutzung sog. offener Proxy-Server durch die Betrüger.

  • Regelmäßiges Monitoren von vielen statistischen Werten auf der Website, um zu erkennen, wenn z.B. anonyme Zugriffe ungewöhnlich stark ansteigen, IP-Adressen häufiger auftauchen, hinter denen sich Anonymisierer verbergen könnten oder sich Besucher auf der Website untypisch verhalten, weil sie nicht, wie meist üblich, zunächst zwischen den Seiten hin- und herklicken.

Konsequenzen

  • Sensibilisierung bei den Werbungtreibenden erhöhen: erkennen, welche Risiken entstehen und die Technik besser verstehen.

  • Einwirken auf die Werbemittler und Werbeplattformen und Einfordern von noch mehr Schutzsystemen und Transparenz.

  • Gesetzgebung und Strafverfolgung müssen das Thema noch stärker berücksichtigen.

  • Und letztendlich ist die Abwehr von digitalem Werbebetrug ein interessanter Markt für einige IT-Anbieter und IT-Dienstleister, auch - oder gerade weil dies eine Art Wettrüsten ist.


Kontakt: 
sinn-consulting, Dieter K. Sinn
Knorrstr. 11, 80807 München  
Tel. 089-3590195, Fax 089-3590612
Internet: www.sinn-consulting.de   
E-Mail: info@sinn-consulting.de

 

 

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