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"Platform as a Service" (PaaS)   

München, 10.6.2008: 

Immer mehr Internet-Anwendungen und der anlaufende Siegeszug von SaaS (Software as a Service) erzeugen einen Bedarf für Online-Plattformen, die sowohl Services für die Entwicklung, als auch für den Betrieb und die Vermarktung von Web-Anwendungen bieten.

"Platform as a Service" umfasst die folgenden Komponenten:

  • Eine komplette Entwicklungsumgebung aus einem Guß, Tools, Programmbibliotheken und Programmierschnittstellen (APIs), die auf online verfügbare Funktionen zugreifen. Heute werden beim Erstellen von Web-Anwendungen oft noch mühsam div. Werkzeuge, Scripting-Sprachen etc. kombiniert. Was für Programm-Entwicklung auf dem Desktop üblich ist, entsteht jetzt auch für skalierbare, gehostete Web-Anwendungen. Hier gibt es einige junge Angebote, manche kommen aus dem Open Source-Kosmos, andere, besonders in den USA, sind Venture Capital finanzierte Start-Up-Firmen.

  • Zu PaaS gehört auch, dass die Web-Anwendungen Funktionen aus anderen Programmen der Plattform als Service beziehen können. Google mit seinen Schnittstellen ist ein Beispiel, so können Entwickler Google Maps in ihre Lösungen einbeziehen. Und Amazon ist ein Plattformbetreiber, der via Web-Services Zugriffe, z.B. auf IT-Infrastruktur oder Produktinformationen ermöglicht.

  • Plattformen können ein Öko-System und Marktzugänge bieten. Ein typisches Beispiel dafür ist die Firma Salesforce.com, die eine On-Demand Vertriebssoftware erfolgreich betreibt und verkauft, und für Partner Plattformen für Entwicklung und Betrieb aufgebaut hat. Dort können die Partner ergänzende Software entwickeln und diese im Gefolge der CRM-Lösung verkaufen, wobei zugleich der Datenaustausch zwischen den Anwendungen durch die Plattform erleichtert wird.

  • Für den Betrieb von verschiedenen Anwendungen stellt "Platform as a Service" gemeinsame Dienste zur Verfügung, z.B. Provisioning-Tools, Nutzermanagement, Abrechnung und Bezahlsysteme. 

  • Mit der Zeit werden sich einige, wenige Plattformen als zentrale Online-Marktplätze etablieren, wo Software Services und Content (Informationsangebote) mehrerer Anbieter gehandelt werden. Dort gibt es dann auch Techniken, um Zulieferer- und Partner-Vertriebsmodelle und OEM-Einbindungen zu realisieren. Siehe dazu auch den Beitrag "Software as a Service - woran fehlt es?" 

Das "Platform as a Service" Thema ist heiß, denn hier könnte ein Paradigmenwechsel stattfinden. Wer gewinnt das Rennen um diese Plattformen:

  • Sind es etablierte IT-Anbieter wie Microsoft, die sich aber schwer tun mit einem solchen Geschäftsmodell wegen der Konkurrenz zu ihrem angestammten Desktop-Modell.

  • Wo bleiben Oracle, IBM und SAP?

  • Werden Google, Amazon, Salesforce.com und ähnliche Internet-Firmen die Marktführerschaft übernehmen? - die Chancen dazu sind gut.

  • Was machen die großen Telekommunikationsfirmen und IT-Dienstleister?

  • Wo bleibt die Verlags- und Medienbranche, die dringend solche zentralen Plattformen bräuchte, um elektronischen Content effizienter zu vermarkten?


Kontakt: 
sinn-consulting, Dieter K. Sinn 
Knorrstr. 11, 80807 München  
Tel. 089-3590195, Fax 089-3590612
Internet: www.sinn-consulting.de   
E-Mail: info@sinn-consulting.de

 

 

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